Werkstoff Glas

Glas, das ist Licht zum Anfassen

Viele künstlerische Werkstoffe stehen uns zur Verfügung, doch eines der ältesten und wohl der schönsten ist das Glas.
Als künstlicher Werkstoff besteht Glas aus mehreren Rohstoffen, wobei das jeweilige Mischverhältnis von Quarzsand, Soda oder Pottasche, Kalk und Bleimennigedie Qualität bestimmt.
Bei einer Temperatur von 1400 °C schmelzen die Rohstoffe zu einer rotglühenden zähflüssigen Masse zusammen die dann nach dem Läutern und Abkühlen auf 1100°C mit der Glasmacherpfeife zu einem Wunderwerk aus Licht und Farbe geblasen wird.
Aber erst das gute und langwierige Auskühlen des Kunstwerkes sorgt für seine Langlebigkeit.
Das so gewonnene Rohglas kann nun verschiedene Veredlungsbereiche durchlaufe, wie das Schleifen, das Bemalen sowie das Gravieren oder Sandstrahlen.

Die Technik der Glasgravur

Die Technik des Glasschnitts wurde ohne Zweifel vom Steinschnitt des Altertum übernommen.
Auch heute bedient sich die Glasgravur noch der gleichen Technik wie einst , lediglich die Arbeitsmaterialien haben sich sich dem Zeitgeist und der Wirtschaftlichkeit angepasst.
Das eigentliche Gravurwerkzeug ist ein auf dem Arbeitstisch befestigter Spindelbock mit einer waagrechten Welle. In diese Welle werden je nach Bedarf wechselweise verschiedene Spindeln mit Gravurrädern unterschiedlicher Größe und Form eingesetzt. Heute wird das Werkzeug von einem Motor angetrieben und 200 bis 4500 Umdrehungen erreicht.
Die frühe Gravur arbeitete mit Kupferräder, die mit einer Paste aus Schmirgel in Pulverform mit Öl und Petroleum zu einer Schleifpaste vermischt angestrichen wurden.
Da dieses Prozedur äußerst langwierig war wurden die Kupferräder im Zeitalter der Wirtschaftlichkeit von festen Steinrädern aus Silicium-Carbit oder Korund ersetzt. Später fanden Diamanträder mit gesinterter oder auch galvanisch belegter Form Verwendung.
Diese Räder erfreuen sich besonderer Beliebtheit, da sie effektiv sind und langlebig. Aber wirklich ersetzen können sie die Kupferräder und Steinräder nicht.
Ein graviertes Motiv wird erst vollständig mit seiner Politur hierzu dienen Holz, Kork, Filz; Blei oder Lederräder die mit verschiedenen Poliermitteln wie Bimsmehl Tripel (Muschelkalk) oder Cer-Oxyd ihren Einsatz finden. Die Glasgravur ist eine schwierige, aber sehr dekorative Veredlungstechnik .
Eine intensive Ausbildung, langjährige Schulung, sowie ausdauernde Übung sind erforderlich, um die verschiedenen Schnitttechniken wie den Hochschnitt, den Tiefschnitt, die Rutschtechnik und den Lythophanieschnitt zu erlernen und gekonnt zu beherrschen.

Die Technik des Sandstrahlens

Hierbei wird das Glas mit einer Folie abgeklebt und das Motiv auf diese aufgezeichnet. Mit einem Skalpell oder Cuttermesser werden nun die zu strahlenden Flächen ausgeschnitten.
Beim Sandstrahlen wird mit Hilfe eines Kompressors Luftdruck aufgebaut. Diese Luft verbindet sich mit dem Schleifmittel (Korund in loser Form) und wird auf das Glas gestrahlt.
Durch die Regulierung des Drucks kann man verschiedene Effekte erzielen und hauchzarte Schattierungen erreichen.
Das Sandstrahlen findet seine Anwendung hauptsächlich im Flachglasbereich zur Mattierung von Flächen, aber auch für kunstvolle Motive auf Türblättern, Spiegeln oder Fenstern.
Auch im Hohlglasbereich lässt es sich gut anwenden, da man schöne Highlights mit flächigen, graphischen Motiven erreichen kann.

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